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Alles Über Domino

Domino bezieht sich normalerweise auf die einzelnen oder in einem Set zusammengefassten Spielsteine eines Dominosets (manchmal deck oder pack genannt) oder den Spielen, die mit diesen Spielsteinen gespielt werden. Es gibt drei verschiedene Spiele, die man mit Dominosteinen spielen kann. Dies sind Block-Spiele, Point-Spiele und Kartendomino-Spiele (siehe Indexseite für mehr Details).

Standarddominosets bestehen aus 28 Spielsteinen die Bones (Knochen), Cards (Karten), Tiles (Platten), Stones (Steine), Spinners oder Dominos(teine) genannt werden. Jeder Spielstein besteht aus einer rechteckigen Platte, dessen Face (Oberseite) durch eine Linie in zwei quadratische Ends (Enden) geteilt wird. Jedes End ist entweder mit einer gewissen Anzahl von schwarzen Punkten (Spots, Pips) markiert oder leer (Blank). Die Punkten sind normalerweise so angeordnet, wie es auf einem sechsseitigen Würfel der Fall ist. Da es jedoch auch Blank Ends (leere Enden) gibt, existieren 7 mögliche Faces.

Standarddominosets haben Ends, die von 0 bis 6 Punkten reichen (Doppelsechs-Set). Spezialsets können jedoch auch eine Bandbreite von 0 bis 9 (Doppelneun-Set), 0 bis 12 (Doppelzwölf-Set), 0 bis 15 (Doppelfünfzehn-Set), oder 0 bis 18 (Doppelachtzehn-Set) aufweisen. Die Rückseite eines Dominosteins (Back) ist üblicherweise unbeschriftet oder aber mit einem gewissen Muster verziert, dass auf jedem Spielsteins eines Sets gleich sein muss. Dominosteine wurden aus Knochen, Elfenbein, Plastik, Metall und Holz und gelegentlich aus dem selben Material wie Spielkarten hergestellt. Dominosteine sind vielseitig anwendbare Spielutensilien. Viele verschiedene Spiele können mit einem Dominoset gespielt werden.

Geschichte

Während die meisten der heute erhältlichen Dominosteine rechteckig sind und aus Keramik oder schwerem Plastik hergestellt werden, wurden diese in der Vergangenheit aus Elfenbein oder Tierknochen geschnitzt und mit kleinen, runden Pips aus Ebenholz markiert. Der Name des Spiels stammt davon, dass die Spielsteine in ihrem Aussehen den Masken des Maskenballs in Venedig gleiche, die als Domini (weißt mit schwarzen Punkten) bekannt sind. Diese Masken wurden so genannt, da sie den Winterkappen französischer Priester glichen, die außen schwarz und innen weiß waren. Letztendlich stammt der Name vom lateinischen Wort dominus, das “Herr” oder “Meister” bedeutet.

Das älteste bekannte Dominoset stammt aus dem Jahr 1120. Moderne Dominosets, wie sie die westliche Welt heute vornehmlich kennt, scheinen jedoch eine chinesische Erfindung gewesen zu sein. Sie wurden offensichtlich von kubischen Würfeln abgeleitet, die durch indischen Einfluss ihren Einzug in China fanden. Jeder Dominosteine repräsentierte ursprünglich eines der 21 möglichen Resultate die möglich sind, wenn man mit zwei Spielwürfel würfelt. Die eine Hälfte eines Dominosteins enthält die Pips des ersten Würfels und die zweite Hälfte des Dominosteins enthält die Pips des verbliebenen Würfels. Chinesische Sets führten auch Duplikate mancher Würfe ein und teilten die Dominosteine in zwei Klassen ein: militärisch und zivil. Chinesische Dominosteine sind im Vergleich zu europäischen Dominosteinen auch etwas länger.

Im frühen 18. Jhd. kam das Dominospiel schließlich auch nach Europa, wo es zuerst in Italien auftauchte. Das Spiel veränderte sich etwas bei der Übernahme von der chinesischen in die europäischen Kulturen. Die europäischen Sets enthalten weder Klasseneinteilungen noch die damit verbundenen Duplikate. Stattdessen enthalten europäische Sets sieben zusätzliche Dominosteine von denen sechs den Wurf eines einzelnen Würfels darstellen (wobei die zweite Dominosteinhälfte leer gelassen wird). Interessanterweise gibt es auch einen siebten, zusätzlichen Stein, bei dem beiden Hälften freigelassen wurden. Vielleicht wurde dies aus Gründen der Symmetrie gemacht, so dass jede der resultierenden Suits jeweils 7 Dominosteine enthalten würde.

Spielsteine und Spielregeln

Die Spielsteine werden normalerweise nach der Anzahl der Punkte auf beiden Enden des Faces benannt. Ein Spielstein mit einer 2 am einen Ende und einer 5 am anderen wird 2–5 genannt. Spielsteine, die eine unterschiedliche Anzahl an Punkten an ihren Enden haben, werden Singles genannt, und Spielsteine, die die selbe Anzahl an Punkten aufweisen, Doublets oder Doppel. In Barbados werden die Doppel Couple (Paar) genannt. Eine Doppel-Sechs würde als Couple-Sechs bezeichnet werden, eine Doppel-Fünf als eine Couple-Fünf etc.

Spielsteine, die auf einem Ende die selben Anzahl an Punkten aufweisen werden in Suits zusammengefasst. In einem Doppelsechs-Set gehören z.B.: 1–0, 1–1, 1–2, 1–3, 1–4, 1–5, und 1–6 zu der 1-Suit. Alle Singles befinden sich in zwei Suits. Zum Beispiel ist die 1–2 Teil der 1-Suit sowie Teil der 2-Suit. Alle Doppel gehören dieser Definition folgend demnach nur zu einer Suit. Eine alternative Definition der Suits erlaubt allen Dominosteinen in zwei Suits zu sein, indem das Set aller Doppelsteine als zusätzliche Suit gezählt wird.

Ränge

Der Wert eines jeden Endes eines Spielsteins wird durch die Anzahl der Punkte auf diesem Ende bestimmt, wobei Null (leer) der niedrigste und Sechs der höchste Wert ist. Der Rang eines Spielsteins wird durch die kombinierte Anzahl an Pips auf beiden Enden bestimmt. Dieser Rang wird auch öfters Gewicht genannt, so dass ein höherrangiger Spielstein schwerer ist und ein niederrangiger Spielstein leichter.


Doppelsechs-Set

Sets

Derzeit gibt es fünf große, kommerziell erwerbbare Dominospielsets. Dies sind: Doppelsechs, Doppelneun, Doppelzwölf, Doppelfünfzehn und Doppelachtzehn, dass das größte, kommerziell erwerbbare Dominoset ist. Die Anzahl der Spielsteine sowie Punkte (Pips oder Spots) in jedem Set finden Sie hier:

  • Doppel 6: 28 Spielsteine, 168 Pips
  • Doppel 9: 55 Spielsteine, 495 Pips
  • Doppel 12: 91 Spielsteine, 1092 Pips
  • Doppel 15: 136 Spielsteine, 2040 Pips
  • Doppel 18: 190 Spielsteine, 3420 Pips

Die am häufigsten verwendeten Dominosets sind Doppelsechs und Doppelneun, wobei die restlichen drei Sets verwendet werden, wenn mehrere Spieler involviert sind oder wenn die Spieler ein längeres Dominospiel wünschen.

Spielvariationen

Gewöhnliche Spiele

Viele Dominospiele basieren auf Block Domino oder Draw Domino. Bei Drawspielen nehmen Spieler am Bone Election teil, ziehen vom Boneyard wenn sie keine passenden Steine mehr haben und der Bossmann mischt dann die Steine vor dem finalen Austeilen. In diesem Fall muss der Spieler mit dem höchsten Doppel führen, indem er dieses ausspielt. Sollte kein Spieler ein Doppel haben, wird der schwerste Stein gespielt. Das Spielen des ersten Steins einer Hand wird manchmal Setting the first bone, Leading the first bone, Downing the first bone, oder Posing the first bone genannt, und der so gelegte Stein wird the set, the lead, the down, oder the pose genannt. Dominoliebhaber nennen dieses Prozedere oft smacking the bone down. Nach der ersten gespielten Hand ist der Gewinner der letzten Hand normalerweise der nächste Leader.

Nach dem abschließendem Mischen werden die Steine ausgeteilt; jeder Spieler zieht der Reihe nach die nötige Anzahl an Spielsteinen (7). Der zurückbleibende Stapel an Spielsteinen wird Boneyard genannt und die darin enthaltenen Spielsteine „schlafen“. Der Spieler mit dem höchsten Doppel führt mit diesem Doppel und sollte kein Spieler ein Doppel besitzen, wird nochmals gemischt und neue Hände verteilt.
Die nachfolgenden Spieler müssen jeweils einen Stein spielen, dessen Ende auf eines der offenen Enden des Layouts passt. Das Spiel geht solange weiter, bis einem der Spieler die Steine ausgehen (er ruft dann "Aus!" oder "Domino!") und die Hand gewinnt. Sollten alle Spieler blockiert sein oder keine legalen Spielzüge mehr möglich sein, endet das Spiel ebenfalls. In manchen Regionen wird dies Lockdown genannt. Wenn alle Spieler blockiert oder locked out sind, gewinnt der Spieler mit der niedrigsten Hand.

Wenn in Blockspielen ein Spieler keinen passenden Stein zu spielen hat, muss er seinen Zug aufgeben (knocking, passen). Dies macht er, indem er zweimal auf den Tisch tippt oder sagt "go" oder "pass". Bei Drawspielen müssen Spieler, die keinen passenden Stein haben, Steine vom Boneyard ziehen, bis sie einen spielbaren Stein ziehen. Wenn der Boneyard schließlich erschöpft ist, musst der spielen seinen Zug aufgeben.
Bei Spielen, bei denen Punkte gesammelt werden, erhält der Sieger einen Punkt für jeden Pip jedes Spielsteins, die sich noch immer im Besitz der restlichen Mitspieler befinden. Wurde der Sieg jedoch nicht durch verwenden aller Spielsteine eines Spielers errungen, sondern durch die leichteste Hand, erhält der Gewinner wie vorher beschrieben für jeden Pip der Gegner einen Punkt oder aber für den Überschuss an Pips der Gegner. Ein Spiel wird normalerweise bis 100 Punkte gespielt, wobei der Punktestand mit Stift und Papier festgehalten wird. In eher weiter verbreiteten, von regionalen Regeln beeinflussten Spielen, werden Spiele bis 150 oder 250 Punkten gespielt und die Bilanz wird über Houses (Häuser)geführt, wobei der Anfang des Hauses (die ersten Zehn Punkte) ein großes + sind, die nächsten 10 Punkte ein O und das Punkten mit einer 5 ist ein /, wobei diese in die „Ecken“ des Haus platziert werden. In manchen Gebieten erhält, sobald ein Lockdown eintritt, der Spieler, der diesen als erstes bemerkt, die Spielsteine der anderen Spieler und kann die Anzahl der darauf enthaltenen Pips zu seinem Haus zählen.

Spiele, die mehr Dominosteine verwenden

Mit größeren Dominosets, speziell den Doppelfünfzehn und Doppelachtzehn, kann man gleichzeitig mehrere Spieler teilhaben lassen. Doppelneun ist gut für 4 bis 6 Spieler und jeder Spieler beginnt mit 7 Dominosteinen in seiner Hand. Doppel-12, -15 und –18 eignen sich für bis zu 10 bis 15 Spieler, jeweils wieder mit 7 Spielsteinen. Wenn man weniger Spieler aber mehr Dominosteine hat, beginnt man mit mehr Dominosteinen in der Hand eines Spieler, wobei man darauf achtet, genug Dominosteine für den Boneyard übrig zu lassen. Bei der Verwendung der größeren Sets muss man sicherstellen genug Spielfläche zur Verfügung zu haben, da das Layout enorme Ausmaße annehmen kann.
Doppel-6 = 8 Runden, Doppel 9 = 10 Runden, Doppel 12 = 13 Runden, Doppel 15 = 16 Runden, Doppel 18 = 19 Runden.

Andere Spiele

Es gibt eine Vielzahl anderer Spiele, die mit Dominosteinen gespielt werden können. Manche sind simple Gedächtnisspiele wie Concentration (basierend auf dem Kartenspiel Memory), manche sind komplex und manche sind Solospiele. Gewöhnliche Spiele sind z.B. Private Trains und Chicken Foot.

Ein in Texas beliebtes Dominospiel ist Texas 42. Das Spiel ähnelt dem Kartenspiel  Spades. 4 Spieler werden in 2 Teams eingeteilt. Jeder Spieler zieht 7 Dominosteine und die Dominosteine werden in Stichen gespielt. Wenn jemand einen Stich hat erhält er einen Punkt und jeder Dominostein mit einem Vielfachen an 5 Punkten zählt für die Gesamtwertung der Hand. 35 Punkte von "Five Count" + 7 Stiche = 42 Punkte, woher sich der Name des Spiels ableitet.

Im karibischen Raum gibt es noch weitere Spiele, bei denen 4 Spieler beteilgt sind und diese als Partner oder jeweils für sich spielen können. Bei Partnerspielen sitzen sich die Partner gegenüber und keine der Hände kann von einem anderen Spieler eingesehen werden. Das Spiel wird gestartet, indem man die Dominosteine oder „Karten“ mischt und jeder Spieler 7 davon zieht. Nun wird die Doppel-Sechs gespielt und das Spiel geht zur rechten Seite des Spielers der begonnen hat weiter. Wenn ein Spieler keinen Zug tätigen kann, muss er aussetzen und der nächste Spieler ist an der Reihe. Das Ziel des Teams ist es, dass einer der beiden Spieler des Teams alle Dominosteine seiner Hand aufbraucht.

Das Siegerteam erhält einen Punkt, es wird neu gemischt, gegeben und einer der beiden Partner kann mit einem belieben Dominostein die neue Runde einleiten. Das Spiel geht solange weiter, bis ein Team 6 Punkte erreicht hat. Doppelpunkte erhält man durch sogenannte „Key“. Dies passiert, wenn Ihr letzter Spielstein der einzige Spielstein ist, der auf beiden offenen Enden des Layouts gespielt werden kann. Sollte ein Spieler fünf Doppel ziehen, müssen alle Spieler eine komplett neue Hand ziehen, wobei das nun folgende Spiel um 2 Punkte gespielt wird; es wird mit der Doppel-Sechs gestartet. Diese Variation nennt sich Partners, wohingegen die andere Variante Cut-Throat genannt wird, bei der jeder Spieler für sich selbst spielt. Alle Regeln aus dem Spiel Partners gelten auch für Cut-Throat. Diese Art des Dominospiels ist in Jamaika und den Cayman Inseln weit verbreitet.

 

 



 
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